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05.01.2003

Die Marathon-Bananen

Bananen

Nachdem ich meine erste Aufgabe erfüllt hatte, d.h. bis 9.45 Uhr die Läufer in ihren anrollenden Fahrzeugen von der Straße in den kleinen Wirtschaftsweg zur Jugendherberge eingewiesen hatte (die richtige Zufahrtsstraße war wegen Bauarbeiten offiziell für den Verkehr noch nicht wieder freigegeben), ging es schnell zur Verpflegungsstelle 2, wo vom Team schon alles mit viel Liebe einsatzbereit hergerichtet war.

Als selber erfahrene, aktive Läufer freuten wir uns darauf, heute mal auf der "anderen Seite" stehen zu können um die Läufer zu bedienen. Da den Marathonis gleich von Anfang an auch Bananen zur Verfügung stehen sollten und der Startschuss schon gefallen war, machte ich mich gleich daran, Bananen zu pellen, in Stücke(!!!) zu schneiden und diese dann auf die 2 Tabletts zu schichten.

Alles lief prima, die Läufer freuten sich über warmes Wasser und warmen Tee bei den frostigen Temperaturen und als Zweier-Team waren wir ab dann voll damit beschäftigt, für die Läufer alles griffbereit auf den Tisch zu stellen. Im Laufe der Zeit schickte ich immer mal einen Kontrollblick auf die Tabletts mit den Bananen - noch genug da? Aber irgendwas störte mich, nur was? Runden später, jetzt wurde auch öfter bei den Bananen zugelangt. Aber nur langsam baute sich der Bananenberg ab.

Ich beobachtete die Läufer, die sich bemühten, mit ihren behandschuhten, oft steifgefrorenen Fingern die Bananen zu nehmen, jeder hatte da so seine eigene Technik entwickelt. Und wieder hatte ich dieses Gefühl im Bauch. Es hatte was mit den Bananen zu tun, aber ich konnte es mir nicht erklären. Aber es mußte ja alles in Ordnung sein, sonst hätte doch auch bestimmt mal ein Läufer oder jemand vom Team was gesagt. Und so ging auch alles seinen Gang und viele Läufer verabschiedeten sich in ihrer letzten Runde mit dankenden und lobenden Worten bei uns, wie schön alles war und wie gut organisiert. Das hat das Team vom Verpflegungsstand echt glücklich gemacht und wir haben uns sehr darüber gefreut.

Stunden später, gemütlich zu Hause auf dem Sofa, ließ ich den Tag noch einmal als Film in meinen Gedanken abspulen. Dabei schwenkten meine Gedanken dann auch zu den Läufen wenn ich selbst aktiv dabei war und immer sehnlichst die Verpflegungsstellen ansteuerte und meine geliebten Bananenstücke(!!!) dann dort lagen. Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, genau das war des Rätsels Lösung. Ich hatte die Bananen morgens in schöne Scheiben geschnitten und nicht etwa in handliche Stücke. Oh je, oh je und das als erfahrene Läuferin. Wie ich meiner Tochter Ellen davon erzählte, war ihr Kommentar dazu: "Da hast du in Gedanken wohl Bananen für Quarkspeise geschnibbelt."

Also, sollte es einen nächsten Honigkuchenmann-Marathon geben und ich wieder am Verpflegungsstand stehen, werde ich jede Banane nur in 3 oder 4 Stücke aufteilen, einige vielleicht nur in Hälften, schön handlich für die Marathonis - aber für alle Fälle werde ich ein Päckchen Cocktailgäbelchen mitbringen, denn man kann ja nie wissen!

Susanne Eckardt

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