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27.12.2008

1. Biathlon-Cup Kevelaer

Schnell laufen, schlecht schießen

Biathlon in Kevelaer? Skilaufen im Schneeparadies Niederrhein? Nun, nicht ganz... aufgrund des notorischen Schneemangels in unseren Breiten müßte man den Ski-Langlauf schon durch "normales" Laufen ersetzen. Und genau das war die Idee, die gemeinsam vom KSV-Lauf- und Walkingtreff einerseits und der Schießsport-Gemeinschaft Kevelaer andererseits entwickelt und in die Tat umgesetzt wurde.

Natürlich konnte bei den Teilnehmern außerhalb der Schießsportvereine keine Erfahrung mit "scharfen Waffen" vorausgesetzt werden; daher sollte mit "Laser-Gewehren" geschossen werden. Wie beim richtigen Biathlon sollten fünf "Klappen" getroffen werden; die Entfernung wurde aber von 50 auf hobbytaugliche 10 Meter verringert.

Hatten die Organisatoren Marlene Fischer (KSV-LWT) und Andreas Lörcks (SSG) anfangs noch mit 12 Viererstaffeln geplant, so mußten sie bald feststellen, daß ihre Idee begeisterten Zuspruch fand und deutlich mehr Teams an den Start gehen wollten. So konnten letztlich 30 Mannschaften an dieser Veranstaltung teilnehmen, nachdem die SSG so gut wie sämtliche mobilen Laser-Biathlonschießstände geliehen hatte, die in Deutschland verfügbar sind.

Das Reglement sah wie folgt aus: eine "große" Runde zu etwa 1200 Meter laufen, danach 5 Schuß im Liegen, danach wieder eine Runde, 5 Schuß im Stehen und eine dritte Runde. Für jeden Fehlschuß war eine Strafrunde zu etwa 170 Meter fällig. Dieses Programm war natürlich von jedem Teilnehmer der Vierer-Staffeln zu absolvieren.

Stehend schießen

Selbstredend ließ sich auch die LLG die Teilnahme an diesem Spektakel nicht entgehen; mit Christel Winkels, Uli Baumann, Reinhard Conen und Thomas Rauers war auch schnell ein Team gefunden. Erste Schieß-Übungen im Vorfeld der Veranstaltung liefen auch ganz vielversprechend ab; es schienen nicht allzuviele Strafrunden zu drohen. Aber das war noch die Theorie...

Am Veranstaltungstag mußte das LLG-Team dann zunächst den Ausfall von Christel verkraften, die aus gesundheitlichen Gründen leider nicht starten konnte und durch Ehemann Karl vertreten wurde. Mit leichter Verspätung ging es dann gegen 12:15 endlich los. Die ersten 10 Teams waren bereits früher am Morgen gestartet, die LLG startete im zweiten Block, auf den dann am Nachmittag noch ein dritter Durchgang folgte.

Das Schicksal nahm seinen Lauf, als Startläufer Uli nach seiner ersten Runde zum ersten Mal in den Schießstand trat. Fünf Schuß liegend - aber nur ein Treffer! Das war beim Trainingsschießen doch ein Kinderspiel gewesen?! Uli konnte es nicht fassen und mußte vier Extrarunden um die Dreifachturnhalle drehen. Nach der nächsten großen Runde dann fünf Schuß stehend - und alle daneben! War es die beschlagene Brille? Oder doch eher die Tatsache, daß der Puls beim Schießen eine nicht zu unterschätzende Größe ist...?

Thomas als zweiter Läufer machte es dann zumindest etwas besser: jeweils zwei Treffer liegend und stehend, und somit "nur" sechs Strafrunden. Die leise Hoffnung auf eine vordere Plazierung wurde aber bereits durch den dritten Läufer wieder zunichte gemacht: Reinhard (im Vorfeld als die neue Schießsporthoffnung betrachtet) machte es genau wie Uli: nur ein Treffer liegend, und fünf "Fahrkarten" stehend. Das Strafrundenkonto stand somit vor dem Schlußläufer bei "24".

Urkunde

Karl als letzter Läufer konnte die unterirdischen Schießkünste seiner Teamkollegen natürlich nicht mehr gutmachen; mit einem Treffer liegend und zwei im Stehen schraubte er die Anzahl der Strafrunden somit auf rekordverdächtige 31. Da hilft es dann auch nichts, wenn man zwar schnell läuft, aber nichts trifft - die umgekehrte Taktik versprach mehr Erfolg, wie andere, nicht so lauferfahrene Teams es vormachten... Davon abgesehen war es aber eine durchaus lustige Veranstaltung, bei der der olympische Gedanke im Vordergrund stand. Da ließ sich auch die Endzeit von einer Stunde und 37 Minuten für das LLG-Team verkraften.

Bei der abendlichen Siegerehrung nahmen Reinhard und Thomas die Urkunde für die LLG entgegen. Es hatte immerhin noch zum 14. Platz von 30 Teams gereicht. Sieger wurde das Team "Cool Runnings" (Leichathletik-Junioren Kevelaer, 1:07:11) vor den "Theo Old Stars" (Triathlethen, 1:08:34) und den "Kervenheimer Fröschen" (TSV Weeze, 1:11:48).

Jedenfalls wird diese Veranstaltung nicht die letzte ihrer Art gewesen sein: die zweite Auflage des Spektakels ist für 2009 bereits in der Planung. Weitere Presseberichte zur Veranstaltung finden sich auf der Homepage der SSG Kevelaer.

Thomas Rauers

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