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19./20.06.2010

22. Deutsche Meisterschaft der DUV im 24-Stunden-Lauf in Rockenhausen/Pfalz

So langsam erwache ich wieder aus den Erlebnissen meines sechsten 24-Std.-Laufs. Nicht nur, dass der Alltag wieder Einzug gehalten hat und der Schmerz nachlässt ist wichtig, sondern vor allem, dass ich die Gewissheit habe, meinen den 24-Stunden-Lauf körperlich und seelisch gut überstanden zu haben.

Rockenhausen

Die Teilnahme habe ich relativ kurzfristig entschieden. Eigentlich gehört der 24-Std.-Lauf - so wie früher – immer zu meinem Programm. Aber immerhin sind es schon acht Jahre her, dass ich alle Strecken von 10 KM bis 24 Stunden mit relativ guten Leistungen laufen konnte. Und wieder zwei Jahre Wettkampferfahrung sind auch nicht viel. Eigentlich hätte ich mehr und spezieller trainieren müssen. Die unterschiedlichsten Gründe haben eine intensive Vorbereitung nur für diesen Lauf nicht möglich gemacht. So waren die Trainingskilometer nicht besonders umfangreich und auch die langen Läufe gingen höchstens bis 3:30 Stunden. Eigentlich zu wenig. Aber im 24-Stunden-Lauf kann man auch mit einer guten Einstellung und Betreuung über die Runden kommen. Nachdem Peter mir zugesagt hatte, dass er die Betreuung übernimmt und ich ohnehin vom Kopf her bei langen Läufen mich gut motivieren kann, waren diese Voraussetzungen gegeben.

Rockenhausen

Zwei Tage vorher, am Donnerstagabend, wollte ich das umfangreiche Inventar heraussuchen und zusammenstellen. Dabei bemerkte ich zunehmend heftige Kopfschmerzen und eine Schwellung des Lymphknotens hinter dem Ohr. Gott sei Dank war mein Arzt noch in der Praxis. Nach einer kurzen Untersuchung beruhigte er mich. Er empfahl mir den Start und wünschte mir alles Gute. In der Nacht habe ich kaum ein Auge zugetan. Die Schmerzen ließen nicht nach. Also sofort wieder zum Arzt. Er konnte sich keine Ursache erklären. Bis auf die Schmerzen fühlte ich mich fit. Eine Blutprobe wurde genommen, die ich selbst zum Krankenhaus brachte, damit ich nachmittags die Ergebnisse bekommen konnte. Erst um 16.00 Uhr wurde mir bestätigt, dass die Blutwerte o.k. sind und vor allem keine Entzündung im Körper ist. Bis dahin war ich in einem ständigen Zwiespalt, ob ich überhaupt laufen sollte. Ich hätte mich nur entscheiden müssen. Ich entschied erstmals nichts und wartete auf das Ergebnis der Blutuntersuchung. Von diesem Zeitpunkt an ließen die Schmerzen immer mehr nach und je näher wir Rockenhausen kamen stieg in mir die Überzeugung und Kraft, diesen Lauf nicht nur anzutreten, sondern auch nach 24 Stunden und keine Minute früher zu beenden.

Rockenhausen

Schon auf der Fahrt erwies sich Peter als exzellenter Betreuer. In unseren Gesprächen während der Fahrt und bis zum Start wurden die Schmerzen nicht einmal problematisiert. Somit konnten wir uns mit den organisatorischen Vorbereitungen beschäftigen. Und die waren durch die hervorragende Vorbereitung der DUV kein Problem. Als wir um 20.00 Uhr in Rockenhausen ankamen saßen viele Teilnehmer noch bei schöner Abendstimmung und einem herrlichen Blick auf den Pfälzer Wald vor der Turnhalle zusammen. Wir bekamen sogar noch die letzten Pastas und durften bei der Sosse sogar noch zwischen mit und ohne Fleisch aussuchen. Dazu holte Peter, ebenso ganz der umsichtige Betreuer, denn der Läufer braucht ja Flüssigkeit, ein leckeres Bischoff-Bier aus der Privatbrauerei in Rockenhausen. Ein halber Liter mit Schraubverschluss.

Rockenhausen

Eine Besichtigung der Strecke, ca. 1170 Meter lang, ließ uns erahnen, wie schnell die Runde zu Ende ist. Zwei lange Geraden und zwei kleine Anstiege über ein Flüsschen, dass war´s. Die eine Gerade ging an einer Straße, die zur Hälfte befahren wurde, lang. War aber kein Problem. Es war dort kaum Verkehr. Zentraler Punkt war die Donnersberghalle, wo auch die Verpflegungszone begann. Peter konnte sich bei den M.U.T-lern aus Troisdorf einklinken und war dort gut aufgehoben

In der Turnhalle waren die besten Plätze schon belegt; also mussten wir genau in die Mitte der Halle. Die großen offenen Fenster ließen die ganze Nacht ausreichend frische Luft rein. Die Halle hatte Teppichboden. So haben wir gut geschlafen. Meine Schmerzen waren wie weggeblasen.

Jetzt begann die Unruhe vor dem Start, die sich bei mir in äußerlicher Ruhe und innerer Unruhe darstellte. Ich war ganz schön nervös.

Rockenhausen

Das Wetter sollte gut werden; um die 17 Grad, evtl. etwas Regen. Und so war es dann auch. Zum Laufen war es ideal. Vor allem hatten wir keine starke Schauer, so dass die Schuhe immer trocken waren.

Nach dem Frühstück habe ich meine Startnummer abgeholt. 100. Eine schöne Nummer. Ich freute mich. Noch einige kurze Gespräche, eine kleine Ruhepause und schon konnte ich mich für den Lauf umziehen. Mindestens zweimal habe ich alle Taschen und den ganzen PKW abgesucht, denn ich fand meine England-Mütze nicht. Also vergessen. Und so musste ich mir eingestehen, dass ich nicht abergläubisch bin und auch ohne diese Mütze laufen kann. Davon sollte der Erfolg nun nicht abhängen.

Kurz vor 10.00 Uhr versammelten sich 134 Läuferinnen und Läufer beim Start. Es wurden noch einige erfolgreiche Läufer vorgestellt und dann gab der Vertreter der Gemeinde Rockenhausen den Startschuss. Endlich war dass Rennen gestartet. Aber schon nach einer Stunde kannte man jeden Stein und Busch auf der Strecke. Zuschauer, ausser die mitgereisten Betreuter, gab es gar nicht. Der Ausrichter, die DUV, hat ihren Sitz nur in Rockenhausen, weil dort der Präsident Dr. Stefan Hintze wohnt.

Rockenhausen

Die ersten sechs Stunden ging schnell rum. Mit 55 KM war ich sehr zufrieden. Bei der Verpflegung hatte ich mich auf ISO und Cola festgelegt; im Wechsel jede Runde das eine oder andere Getränk. Dazu eine kalte Dusche zur Abkühlung. Ab und zu eine Banane, Brot oder Plätzchen. Leider hatte der Ausrichter nicht genügend ISO besorgt, so dass ich zwischenzeitlich auf Apfelschorle wechselte. Becher waren auch nicht genug da. Das tangierte mich aber nicht, bekam ich doch mein Getränk immer durch Peter per Flasche gereicht. Die Abendkühle war angenehm. Doch die Laufleistung wurde schon geringer. Noch vor 10.00 Uhr musste ich kurze Gehpausen einlegen. Bei 12 Stunden standen dann 95 KM zu Buche. Ich rechnete immer noch damit, 180 KM schaffen zu können, und war sehr zufrieden mit dem Zwischenstand.

Rockenhausen

Es war dunkel, die Nacht begann; aber auch das Leiden. Jeder kämpfte mit sich. Alle waren gleich. Um 12.00 Uhr bat ich Peter, sich einige Stunden hinzulegen, damit er für die Rückfahrt fit sei. Dies ermöglichte mir, mich die nächsten vier Stunden mit mir selbst zu beschäftigen. Ich habe diese Zeit dann bis vier Uhr genossen. Die Entscheidung auf der Strecke zu bleiben stand felsenfest. Das gab mir unheimliche Kraft. Alles andere war mir egal, Hauptsache auf der Strecke bleiben und Kilometer machen. Kurz nach vier wurde es hell. Die Vögel zwitscherten in die Ruhe hinein. Auch die Läufer, die auf der Stecke waren erwachten zu neuem Leben. Noch sechs Stunden. Du bist kaputt und leer. Du würdest gerne etwas schneller laufen oder gehen. Aber es geht nicht. Du musst Dein Tempo finden, dann geht es; mal mehr mal weniger schnell.

Rockenhausen

Peter ist wieder da. Er umsorgt mich liebevoll. Er treibt nie an. Ich weiß, dass es auch ihm lieber wäre, wenn ich etwas mehr Kilometer hätte. Also vertröste ich mich auf die letzten zwei Stunden. Im Feld liege ich noch relativ weit vorne. In der M 55 bin ich Dritter. Schwerk und Adam haben das Rennen aufgegeben. Ein bisschen freut es einen schon, wenn der Mitkonkurrent aufgibt. Das motiviert. Die letzten zwei Stunden brechen an, ziehen sich aber unendlich. Schneller bin ich nicht geworden. Nur innerlich gewachsen. Die letzten zwei Runden genieße ich unter dem Jubel der Zuschauer. Ich bin doch noch weiter gekommen als gedacht: Fast 158 KM. Ich stehe auf einer Brücke in der prallen Sonne. Die Vermesser lassen auf sich warten. Mein Kreislauf sackt zusammen. Mit wird schlecht. Dann endlich das genaue Ergebnis. Ich gehe zum Auto, wechsele meine Sachen, gratuliere anderen, gehe duschen und warte dann auf die Siegerehrung. Dabei habe ich die schöne Atmosphäre unter den Ultramarathonläufern genossen, bin kurz eingeschlafen und habe einfach nur die Seele baumeln lassen. Das sind die schönsten Momente im Leben!!!

Rockenhausen

Ich möchte diesen Bericht nicht schließen, ohne noch mal zu erwähnen, dass mir diese Leistungen nicht ohne Peters hervorragende Betreuung möglich gewesen wäre. Ein herzliches Danke-Schön dafür. Das war echt super!!!

Jürgen Metternich

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