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22.05.2011

„Auf der Reeperbahn…“

“…nachts um halb eins, ob du'n Mädel hast oder hast keins…“ Nein, es war morgens um 9 Uhr, und wir hatten ja Vera dabei. Wir, das waren Jürgen, Peter, Thomas und meine Wenigkeit, angemeldet für die deutschen Meisterschaften zum Marathon in Hamburg, dem wohl zweitgrößten Marathon, den ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte, als ich darauf angesprochen wurde - Berlin kommt dann halt später noch ;-) Aber natürlich hatte ich auch bei diesem Lauf ein komisches Gefühl, zumal ich trainingsmäßig im Rückstand war, bedingt durch eine Muskelzerrung im Oberschenkel, die ich aber mit Peters Pferdesalbe und Ruhe rechzeitig auskurieren konnte. Die Anforderung war ja nur ankommen, für eine Wertung der DM allerdings unter 4h und 10min.

Angereist waren wir Männer bereits am Samstag, wie gewohnt perfekt organisiert und vorbereitet, Thomas hat uns sicher in die Jugendherberge an der Horner Rennbahn navigiert, die wir nach unserer Ankunft gegen 15 Uhr schnell wieder verlassen haben, um noch die Marathonmesse zu besuchen und unsere Startunterlagen (und das Finisher-Shirt) abzuholen. Am Stand der Anmeldung für die Deutschen Meisterschaften trafen wir dann auf Vera, die bereits am Tag zuvor mit Familie angereist war.

Vera, die nicht für die deutschen Meisterschaften gemeldet war, hatte somit nicht das Privileg, am Folgetag von Block C zu starten (ich glaube es gab Block A bis N), in dem alle Starter der DM standen, was sich aber für mich eher als Nachteil darstellen sollte. Vera durfte also das Feld von weiter hinten aufräumen.

Auf den Startschuss warten wir dann vergebens, denn in Hamburg wird die Schiffsglocke vom Oberbürgermeister geläutet, was die Hamburger als „Anglasen“ bezeichnen. Doch bevor wir dann von der wilden Herde überrannt werden, müssen wir noch die „Hamburger-“ und die Deutsche Nationalhymne über uns ergehen lassen, gesungen von einem in meinen Ohren dilettantischen Minnesänger - vielleicht sogar genau der, den wir bereits am Abend zuvor ertragen mussten, als wir uns nach dem Essen beim Italiener direkt daneben in einem Lokal das DFB-Endspiel (Schalke hat die Duisburger mit 5:0 weggeputzt) bei einem leckeren Bier angesehen haben.

Die Laufstrecke, die ich mir vorher schon mal angesehen hatte, führte vom Start am Millerntorplatz zuerst über die Reeperbahn und Königsstrasse. Nach KM 5 geht es dann zurück über die Elbchaussee, vorbei am Fischmarkt (den man förmlich riechen konnte), Hafen, Landungsbrücken, alte Speicherstadt und durch den Wallringtunnel. Dann Binnenalster und Außenalster bis weit raus nach Ohlsdorf und dann auf der anderen Seite der Binnenalster zurück. Über die Rothenbaumchaussee nähern wir uns dann dem Ziel am Ende der Glacischaussee.

Nachdem es dann ein paar auf die Glocke gab, setzte sich das Feld in Bewegung; nach bereits 20 Sekunden hatte ich die Startlinie überquert. Vom Sog der dahintrabenden Meute musste ich nach dem ersten Kilometer feststellen, dass ich den ersten Kilometer knapp unter 5 Minuten gelaufen war, noch waren (fast) alle Tempoläufer mit Ballon hinter mir. Ich musste mich oft zwingen das Tempo raus zu nehmen, was mir aber nur teilweise gelang. Es läuft super, ich rausche nur so dahin, beflügelt von den motivierenden Zurufen der applaudierenden Masse. Und das Publikum war einfach super, heizte ordentlich ein. Solche Stimmung war ich bis jetzt ja nur vom HM in Venlo gewohnt, daß so was auch über 42 km gehen kann lernte ich an diesem Tag zu schätzen ;-)

Als ich die ersten KM für meine Verhältnisse deutlich zu schnell angegangen war, habe ich das Tempo nach KM 5 erstmal raus genommen, indem ich die erste Pinkel-Pause einlegte (einlegen musste), obwohl ich nur eine Tasse Kaffee, eine Tasse Kakao und ein wenig Wasser getrunken hatte. Schon komisch diese Blase, aber so konnte ich mich ein wenig erholen und das Tempo neu angehen. Ich ließ den Zugläufer mit dem 3:15-Ballon passieren, während ich die schöne Aussicht auf den Hamburger Hafen genieße, vorbei am Fischmarkt, Landungsbrücken und der Speicherstadt, die wir uns an dem Abend und am Folgetag (Miniatur-Wunderland) noch genauer ansehen werden. Es geht ein wenig bergab und dann bei KM 10 oder 11 wieder ein wenig bergauf. Hamburg zeigt sich heute von seiner schönsten Seite, bis jetzt ist die Strecke einfach spitze. Immer noch werde ich von vielen überholt - sollten nicht eigentlich weniger als 13000 gestartet sein?

Bevor es dann hinter KM 13 in den Wallringtunnel geht, sehe ich noch 2 Läufer, die im Partnerlook ein Shirt tragen, welches mit den Worten „no pain - no gain“ einen Vorgeschmack auf das geben soll, was uns noch bevorsteht. Im Tunnel selbst, der angenehme kühle Temperaturen bietet, wird die Akustik für aufmunternde Rufe und Geklatsche genutzt, bevor es dann wieder raus geht an die Sonne, die langsam Gefallen daran findet, den Läufern mit zunehmenden Temperaturen einzuheizen und so die (bis jetzt größte ) Hitzeschlacht (meiner Laufkarriere) einleitet.

Nach dem Tunnel geht es dann direkt um die Binnenalster und über die Kennedybrücke rechts an der Außenalster vorbei, bevor es dann bei KM 19 weg von der Außenalster Richtung Barmbek-Süd (hier ist die Hälfte geschafft !) und -Nord, und dann nach einer Schleife nach Ohlsdorf geht. Die HM-Distanz habe ich noch unter 1:50 passiert, theoretisch ist noch eine Zeit um die 3:40 drin, aber meine Beine und mein etwas rebellierender Magen wollen mir dann bald sagen, dass ich mir dieses Vorhaben lieber schnell aus dem Kopf schlagen soll, wenn ich nicht mit Hilfe der Sanitäter den Marathon-Kurs verlassen möchte. Kurz vor der 20 KM-Marke hat mich dann auch der 3:30-Zugläufer überholt - er war sichtlich geschafft uns so wusste ich, dass ich ihn später noch mal wiedersehen sollte.

An den Verpflegungsstellen hat es jedenfalls nicht gelegen, mindestens alle 5 KM (dazu kommen ja noch einige private) werden Wasser, Iso-Getränke und Bananen gereicht, Cola suche ich vergebens, lediglich am letzten Stand bekomme ich einmal Cola, was aber kurz vor dem Ende nur noch vor dem Umfallen helfen sollte. Angesichts der (ungewohnt) hohen Temperaturen von knapp 24 Grad musste man einfach viel trinken, sehr erfrischend waren auch die Duschen. Ich nahm mir an den Stationen stets 1-2 Becher, den einen versuchte ich zu trinken, den anderen nutze ich zur Kühlung meines Kopfes. Da es keine Cola gab konnte ich diesmal auch die Becher nicht vertauschen, wie es mir schon einmal passiert ist ;-)

Die Stationen waren immer schön auf der rechten Seite, mit Ausnahme einer Station, was natürlich fast zum Chaos führte, wenn man als Rechtshänder plötzlich von links den Becher greifen muß. Ungefähr vor km 28 hatte ich dann wieder den 3:30-Zugläufer vor mir, der deutlich zu langsam war und viele verwirrte. Hier hätte der Veranstalter besser auf einen erfahrenen schnelleren Hasen gesetzt, der locker gegen den Widerstand des Luftballons ankommt, auch wenn die Sonne scheint ;-)

Aber mir ging es ja auch nicht besser: Bis KM 30 war ich noch auf einen guten Kurs um die 3:40, aber dann, von Ohlsdorf aus wurde es schwierig. Ich musste oft mit mir Gespräche anfangen: „Reiß dich zusammen, du bist ja nicht zum Vergnügen hier, nur noch 10 km, du schaffst es…„ und andere dumme Sprüche konnten aber nichts daran ändern, das die Uhr plötzlich immer schneller und ich immer langsamer wurde. Der Schnitt ging schon Richtung 5:30, auf den letzten 10 km sollte ich ganze 5 Minuten einbüßen. Die Pausen an den Verpflegungsstellen wurden länger, noch ein Zwischenstopp am Gebüsch, das Ziel des Tages wurde jetzt auf „ankommen“ umdefiniert. Die Stimmung an der Strecke war ja der Hammer, aber auch die Plakate der Zuschauer wie „Achtung - Schweinehund unterwegs“ oder „Vorsicht - Hammermann“ nimmst Du nicht mehr war, wenn du schon persönliche Freundschaft mit ihnen geschlossen hast. Auch die Kameras des NDR-Fernsehens können mich nicht mehr motivieren, schließlich sah ich nicht mehr ganz frisch aus, im Gegenteil. Aber ich gebe nicht auf, NEIN!

Auf den letzten beiden Kilometer keuche und schnaufe ich nur noch, es geht noch mal eine Steigung hinauf, verdammt, wann kommt denn endlich das Ziel? Viele laufen jetzt oder traben ganz langsam, nur noch ein Kilometer, vorwärts, weiter, mir wird schwindelig, aber ich laufe einfach weiter. Ich versuche noch ein wenig zu beschleunigen, aber wie man aus Pudding noch Energie erzeugen kann war mir nicht bekannt, aber es ging. Nur noch ein halber KM, eine lange Zielgerade, ein Ende ist in Sicht. Verdammt, noch nie waren die letzten 500 Meter so lange, nur nicht aufgeben, weiter weiter, und dann - geschafft!!

Bevor ich in einer neuen persönlichen Bestzeit von 3:44:29 hinter der Ziellinie zusammenbreche, fangen mich Jürgen, Peter und Thomas auf, die sichtlich gelangweilt schon seit einiger Zeit auf mich gewartet haben. Naja, nicht ganz, auch ihnen haben die Temperaturen das erhoffte Ziel einer guten Zeit mehr (so bei Peter und Thomas) oder weniger (wie bei Jürgen) zunichte gemacht. Sie trugen bereits die Finisher-Medaille, die ich mir nun auch redlich verdient hatte. Danach ging es dann ins Marathon-Village, wo wir einen Verpflegungsbeutel in Empfang genommen und einige Becher des Krombacher Gerstensaftes ohne Strom die Kehle runter spülten. Nach einer kleinen Erholung gingen wir dann später zurück in den Zielbereich, wo wir dann noch Vera in Empfang nehmen konnten.

Fazit: Hamburg ist ein absolut empfehlenswerter Marathon, bestens organisiert. Die ca. 800.000 Zuschauer (laut Zeitung) haben alles gegeben, ebenso wie die knapp über 11.000 Finisher. Jeder Marathon, unabhängig von der Zeit ist eine Spitzenleistung und sollte genossen werden. Aber: „no pain - no gain“ hat was ;-)

Danke den Mitstreitern der LLG, die mich trotz einiger fehlenden langen Läufe motiviert haben. Ich habe so einen schönen Kurzurlaub mit der LLG in Hamburg verbracht.

Heinz-Peter Renkens

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