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01.02.2009

36. Midwinter-Marathon Apeldoorn

Marathon auf Holländisch

Nach drei City-Marathons soll es also nun der erste Landschaftslauf werden - und das ausgerechnet zur ungemütlichsten Jahreszeit, wie der Titel der Veranstaltung schon nahelegt. Nun gut, einen Angriff auf die persönliche Bestzeit hatte ich nicht im Sinn; auch angesichts der Tatsache, daß das Training im Januar aus verschiedenen Gründen nicht ganz so umfangreich wie geplant ausgefallen war. Also: schau'n mer mal was geht...

Mit von der Partie waren Angelika Mölders - natürlich ebenfalls auf der Marathonstrecke - sowie Petra Kox, die das Jahr bei der "Acht van Apeldoorn" (8km) etwas geruhsamer angehen wollte, und Susanne Peters, die beim "Minimarathon" (18,5km) die Frühform überprüfen wollte. Ursprünglich wollte Waltraud Gipson ihre Schwester auf dieser Strecke begleiten, mußte aber verletzungsbedingt passen. Auch Peter Wasser hatte kein Glück: seine Rückkehr aus dem Skiurlaub verzögerte sich am frühen Sonntagmorgen ungeplant, so daß auch er seine Teilnahme am Marathon absagen mußte.

Susanne und Petra

So machte sich dann unser LLG-Quartett auf den Weg in die Niederlande. Die erste Überraschung kam etwa in Höhe von Nijmegen: ein kräftiger Schneeschauer fegte über die Autobahn, das Zeug blieb auch noch liegen und ließ nichts Gutes für den weiteren Tag ahnen. Gottseidank war das aber nur ein lokales Wetterereignis; weiter in Richtung Arnheim und Apeldoorn kam dann glücklicherweise doch wieder die Sonne durch.

Am Stadtrand von Apeldoorn waren Parkplätze ausgeschildert, von denen die Läufer mit Pendelbussen in die abgesperrte Innenstadt gefahren wurden. Auch die Abholung der Startunterlagen im "Orpheus" (eine Art Stadthalle) funktionierte problemlos (die Marathonis bekamen noch ein Funktionsshirt dazu) und bis zum Start blieb noch reichlich Zeit für ein "kopje koffie".

Petra

Die Umkleidegelegenheiten waren je nach Lauf und auch noch getrennt nach Männlein und Weiblein rund um den Start-/Zielbereich verteilt; die Marathon-Männer hatten eine komplette Dreifachturnhalle für sich, welche aber so weit außerhalb lag, daß wiederum eine Pendelbusstrecke eingerichtet war. Die Busse fuhren aber alle paar Minuten, so daß dies kein Problem darstellte. Die Damen hatten es zwar kürzer, aber ungemütlicher: ihre Umkleide war in einer Tiefgarage nahe Start/Ziel eingerichtet ;-)

Um 11:30 fiel der Startschuß für Susanne und mehr als 2000 weitere Teilnehmer am "Minimarathon". Bei Temperaturen um Null Grad und einem sehr kräftigen Ostwind verzogen Angelika, Petra und ich uns schnell nochmal in die Wärme des "Orpheus", bis wir uns kurz vor zwölf in den vorderen Startblock ("snelle lopers") einreihten. Petra sollte dann als letzte um 12:15 auf ihre 8km-Runde gehen.

Susanne

Zusammen mit den mehr als 500 Marathonis gingen auch die 2000 Teilnehmer an der "Asselronde" (27,5km) an den Start. Beide Gruppen liefen auf den ersten knapp 27 Kilometern gemeinsam, bevor dann die "gelben Startnummern" ins Ziel durften, während die "roten" (Frauen) und "orangen" (Männer) Marathonis alleine auf die zweite Runde gingen. Demzufolge setzten sich pünktlich um 12:00 über 2500 Läuferinnen und Läufer in Bewegung.

Mein Plan sah vor, den Halbmarathon in etwa 1:55 zu laufen und dann mal zu sehen, ob vielleicht die Vier-Stunden-Grenze zu knacken wäre - aber das wäre das Optimalergebnis; angesichts der äußeren Umstände hieß es "Hauptsache vernünftig ankommen". Beim ersten Kilometerschild zeigte meine Uhr noch unter fünf Minuten - wie üblich zu schnell auf den ersten tausend Metern. Aus einem Internet-Laufbericht hatte ich nebenbei erfahren, daß die Strecke nur alle 5 Kilometer ausgeschildert war - ich konnte es kaum glauben, aber es war wirklich so: nach dem 1km-Schild kam nichts mehr bis Kilometer 5. Da hieß es also erstmal zu bremsen und nach Gefühl zu laufen - ziemlich gewöhnungsbedürftig, wenn man an kilometerweise Markierungen gewöhnt ist.

Es ging zunächst durch ruhige Vororte hinaus durch ein Waldgebiet in Richtung Naturpark "Hoge Veluwe". Beim ersten Verpflegungsstand nach 5km konnte ich dann registrieren, daß das Tempo jetzt im Wunschbereich lag. Weiter ging es durch langgezogene Buchenalleen, immer leicht wellig, bis das eigentliche Heidegebiet anfing. Hier war der Wind noch kaum zu merken; entweder er kam von hinten oder wurde durch die Dünen abgeschirmt, so daß mir doch fast schon zu warm wurde. Sollte nicht lange vorhalten ;-)

Beim nächsten Verpflegungsstand griff ich mir einen Becher Iso-Getränk; der erste Schluck beförderte eine gehörige Portion Wassereis in meinen Magen. Uahhh... das Zeug war angefroren und hatte schon fast die Konsistenz eines "Slush"... Das mußte ich nicht wiederholen; an den nächsten Ständen hielt ich mich an den Tee, der war wenigstens lauwarm. Apropos Iso-Getränk: das heißt hier "AA" und wird von den Streckenposten auch lauthals so angepriesen. Irgendwie scheint dieser Begriff im Niederländischen nicht die gleiche Nebenbedeutung zu haben wie im Deutschen ;-)

So ab km 15 ging es dann recht ordentlich bergauf, die Steigung von ca. 60 Höhenmetern zog sich über etwa zwei Kilometer hin. Aus dem Waldweg ging es dann auf eine einseitig gesperrte Bundesstraße - schnurgerade und genau im Wind, aber dankenswerterweise ständig leicht bergab bis zurück zum Stadtrand von Apeldoorn.

Nach 20km war es dann Zeit für einen kleinen Snack, also am nächsten Stand mal zu den Bananen gegriffen. Dummerweise waren diese in dünne Scheiben geschnitten (was mich an eine andere Begebenheit erinnerte) und ziemlich matschig. Also mit den Fleecehandschuhen beherzt in die weiche Masse gegriffen... hmmm, lecker... Bei den nächsten Verpflegungsstellen waren die Stücke dann etwas größer geschnitten, aber dafür in der Zwischenzeit auch angefroren. Man kann wohl nicht alles haben...

Bei der Halbmarathon-Marke (beschildert!) zeigte die Uhr 1:54 und es schien möglich, das Tempo zu halten. Kurz darauf überholte uns der Führende und spätere Sieger, der Kenianer Isaiah Kipkemei Kosgei. Er war zu dieser Zeit schon bei Kilometer 36 und hatte einen ordentlichen Vorsprung vor der Konkurrenz - die nächsten beiden überholten mich erst fünf Kilometer später! Der Kenianer machte einen lustigen äußeren Eindruck: kurze Hose, aber dicke Fausthandschuhe und eine riesige Pudelmütze. Die konnte er aber auch gebrauchen; die Sonne hatte sich schon längst verzogen und es herrschte trübgraues Winterwetter.

Bei Kilometer 27 trennten sich dann die Wege der Marathonis und der "Asselronde". Während die einen in den Zielkanal einliefen, ging es für uns auf die zweite Runde. Schlagartig war es wesentlich ruhiger auf der Strecke, aber man hatte doch ständig Läufer vor und hinter sich, so daß es nicht zu langweilig wurde. Der Abschnitt zwischen km 30 und 35 zog sich dann aber doch etwas hin, mit ordentlichen Wellen ging es durch den Wald, bis bei km 35 wieder die oben erwähnte Bundesstraße erreicht war - die letzten sieben Kilometer waren bei beiden Runden identisch. Ganz gut zu wissen, daß der letzte Abschnitt nur noch bergab führt!

Ab diesem Zeitpunkt war dann schließlich doch jeder Kilometer markiert, so daß ich die Schlußetappe noch etwas "planen" konnte. Bei km 37 zeigte die Uhr 3:24 - eine Zeit von unter vier Stunde lag also noch im Bereich des Möglichen. Allerdings überholte ich jetzt auch den einen oder anderen Läufer, der eine Gehpause einlegen oder sich wegen eines Krampfs dehnen mußte - eine Erinnerung daran, daß auf den letzten fünf Kilometern noch allerhand passieren kann.

Nach nunmehr dreieinhalb Stunden Laufzeit machte sich die Kälte und der eisige Gegenwind dann doch langsam bemerkbar, vor allem fielen mir in den klammen, halbgefrorenen Handschuhen fast die Finger ab. Trotzdem konnte ich das Tempo noch halten; beim letzten Verpflegungsstand (km 40) blieb mir noch weit über eine Viertelstunde für das letzte Stück. Also nichts mehr überstürzen und locker in die Zielgerade einlaufen... die allerdings war geisterhaft leer. Zwar war die ganze Straße über und über mit Bannern und Transparenten dekoriert, aber es war keine Menschenseele mehr zu sehen. Klar - von über 7200 Startern waren zu diesem Zeitpunkt nur noch die letzten 160 Marathonis unterwegs. Den Sprecher störte das allerdings wenig; ohne Luft zu holen schien dieser die letzten vier Stunden ohne Pause durchgequasselt zu haben.

Thomas

Kurz vor dem Zielbogen stehen dann doch noch ein paar Zuschauer, darunter auch Susanne und Petra. Schnell noch ein Foto und dann über die Matte - bei 3:55:47 bleibt die Uhr stehen. Ein Ergebnis, mit dem ich wirklich nicht gerechnet hatte! "Een doorslaand succes", wie der Holländer zu sagen pflegt ;-)

Petra gibt mir eine trockene Jacke und muß mir den Reißverschluß zumachen - an solche Feinmotorik ist mit den steifgefrorenen Fingern nicht zu denken. Eine Helferin im Zielbereich reicht mir eine Wolldecke(!) und hängt mir eine Medaille um. Anschließend gibt es heißen Tee ("met zuiker!"); das ebenfalls angebotene Iso ist wieder eiskalt und jetzt nun wirklich nicht das richtige. Leider gibt es sonst nichts - irgendwie müssen die Holländer sich mal beim Köln-Marathon ansehen, wie ein Nachzielbereich mit Verpflegungsdorf auszusehen hat!

Angelika

Die Wolldecke muß ich am Ende des "geschlossenen Bereichs" wieder abgeben, aber es kommt gleich der Pendelbus zur Turnhalle vorgefahren. Glücklicherweise sind die Duschen noch warm und die Finger somit bald wieder aufgetaut. Nochmal Busfahren, und am "Orpheus" treffe ich dann die drei Damen wieder. Angelika ist mit ihren 4:16 ebenso zufrieden wie Petra mit ihren 57 Minuten und Susanne mit einer 1:51-Zeit.

Leider ist auch im "Orpheus" längst alles abgebaut, es gibt keine Gelegenheiten mehr, etwas zu sich zu nehmen. Vor der Tür steht noch die obligatorische Frittenbude, aber ansonsten gibt es keinen Grund mehr, sich länger aufzuhalten. Schade, daß hier so wenig Rücksicht auf die Marathonis genommen wird - die letzten finden nichts mehr vor. So machen wir uns dann auf die letzte Busfahrt zurück zum Parkplatz. Hier stehen auch nur noch wenige Autos; die Busfahrerin hat wohl ihre letzte Tour gemacht.

Trotz der etwas enttäuschenden Atmosphäre im Ziel war es eine durchaus gelungene und professionell organisierte Veranstaltung. Auch die Streckenführung war sehr ansprechend (und würde sich im Frühjahr oder Herbst bestimmt auch gut eignen). Fazit: wer sich mit dem Wetterrisiko abfindet, kann hier bestens seine Frühform testen. Ob es Anfang Februar aber unbedingt ein Marathon sein muß, oder ob die 27km-Runde nicht vielleicht auch ausreicht (dann wohl auch mit mehr Stimmung im Ziel), sei jeder und jedem selbst überlassen ;-)

Vielleicht auch noch erwähnenswert: während man bei einem der großen City-Marathons im Frühjahr oder Herbst mit einer Zeit von unter vier Stunden locker im ersten Drittel der Zieleinlaufliste landet, findet man sich hier mit der gleichen Zeit unter "ferner liefen" wieder. Um diese Jahreszeit ist halt nur der harte Kern der Szene unterwegs... ;-)

Den Marathon gewann übrigens der schon oben erwähnte Kenianer Isaiah Kipkemei Kosgei in 2:20:29, deutlich vor dem Tschechen Pavel Brydl (2:28:10) und dem Polen Jaroslaw Janicki (2:28:33). Bei den Damen siegte die Tschechin Petra Kaminkova in 2:46:37 mit riesigem Vorsprung vor der Litauerin Gyte Norgiliene (3:15:56) und der auch vom Kevelaer-Marathon her wohlbekannten Sybille Möllensiep (SUS Schalke 96), die sich mit 3:20:39 den dritten Platz sicherte.

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Thomas Rauers

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